DVD-Formate

 Optisch sieht die DVD aus wie eine CD mit 12 cm Durchmesser und 1,2 mm dick. Der große Unterschied liegt in der Datendichte. Zwei Maßnahmen werden getroffen:

• Der Spurabstand wird von 1,6 µm auf 0,74 µm verkleinert
• Die Größe der Informations-Pits wird halbiert

cdpits dvdpits                        Pits auf der CD                 Pits auf der DVD

Auf diese Weise wird die Speicherkapazität von 680 MB einer CD auf 4700 MB pro DVD-Layer erhöht, das ist fast das 7-fache.

dvd5 Label
Verklebung und Reflektierende Schicht


Man nennt dieses DVD-Format DVD 5

  Eine weitere Kapazitätserhöhung erreicht man theoretisch durch die beidseitige Bespielung einer DVD. Jede Halbseite ist 0,6mm dick, zusammengeklebt erreicht man wieder 1,2 mm. Nach Abspielen der ersten Seite muss die Disk gedreht werden. Man erreicht so pro Scheibe 9,4 GB.

dvd10 Verklebung und reflektierende Schichten

Man nennt das beidseitige DVD-Format DVD10. In der Praxis wurde das Verfahren bisher nicht genutzt und erübrigt sich inzwischen durch die Einführung der Blu-Ray -Disc

Eine besondere Bauart hat zwei Schichten auf einer Seite. Die erste Schicht bekommt eine spezielle Metallisierung und wird dadurch „semireflektierend“, das heisst, sowohl reflektierend als auch lichtdurchlässig. Der Abtastlaser kann nun auf die obere Schicht oder die darunterliegende fokussiert werden. Auf diese Weise erhält man eine Kapazität von 8,5 GB auf einer Seite.

dvd9 Label
Verklebung und reflektierende Schicht
halbreflektierende Schicht

Man nennt das Doppelschicht-Format DVD 9

DVD-Video

 Mit DVD-Video hat man die Möglichkeit, hochauflösendes MPEG-2-Video mit einer Spielzeit von bis zu 4 Stunden, je nach DVD-Typ, abzuspeichern. Dieses Medium hat folgende Eigenschaften:

• Speicherkapazität 4,7 GB bis 8,8 GB
• MPEG-2-Video mit variabler oder konstanten Datenrate
• bis zu 8 Tonspuren
• bis zu 32 Untertitel
• Menüsteuerung
• Kindersicherung
• Datentransferrate zwischen ca. 4-9 Mb/sek
• Linear-PCM-Ton (48 kHz/96 kHz, 16,20,24 bit)
• Dolby Surround-Ton
• Dolby Digital (AC3) (Mono, Stereo, 6-KanalTon
• MPEG Audio (Mono, Stereo, 6-Kanal, 8-Kanal)

Die professionelle Herstellung einer DVD-Video verläuft in mehreren Schritten:

Zuerst wird das Material (Video, Audio, Untertitel, Daten) genau auf die Größe der Datenströme hin untersucht, weil die Summe aller Datenströme die Gesamtdatenrate der DVD nicht überschreiten darf. Dann erfolgt eine Bitberechnung und Festlegung der Titel. Anschließend wird das Video, das Audio und ev. Computerdaten vorbereitet. Dazu gehören entrauschen, digitalisieren, Datenkompression, Festlegung von I -Frames an Schnittübergängen usw. Wenn alle Codierungen vorliegen, wird der Gesamtinhalt zusammengefügt, mit Menüs, Texten usw. versehen und Verknüpfungen hergestellt mit einem sogenannten „Authoring“-Programm. Die Programmierung erfolgt mit Flußdiagrammen. Am Ende wird ein durchgehender Datenstrom zur Herstellung der DVD gerechnet. Simulationen sind möglich, um das Zusammenspiel der DVD-Inhalte zu überprüfen.
 

Die Video-DVD

Für den Videoamateur, der ohnehin auf einem Computer seine Filme schneidet, ist die DVD ideal als endgültiger Träger geeignet. Die DVD hat gegenüber dem Band folgende Vorteile:

• Berührungslose Abtastung, kein Verschleiß
• Keine Dropouts und Spratzer
• Leicht zu lagern und zu verschicken
• Hohe Bild- und Tonqualität

Davon ausgehend, dass ein guter Amateurfilm nicht länger als ca. 20 Minuten sein sollte, kann man die Datenrate recht hoch wählen, um eine optimale Qualität auch bei Bildern mit schnellen Bewegungen zu erhalten.

Die Struktur einer Video DVD

Wenn man sich den Inhalt einer DVD mit dem Explorer anschaut, findet man zwei Verzeichnisse mit den Namen Audio_TS und Video_TS. Das Verzeichnis Audio_TS ist leer und für Video-DVD’s auch unnötig, weil im Standard vorgesehen für Audio-DVD’s.

Im Verzeichnis Video-TS findet man drei Dateiendungen:

*.ifo, steht für Info und erhält Anweisungen für den Player, wo z.B. ein Kapitel beginnt, wo Audio- und Untertitelspuren zu finden sind usw.

*.bup sind Backups der ifo Dateien. Wenn ein ifo nicht mehr zu lesen ist, wird die DVD nicht mehr abspielbar, dann greift der Player auf die bup-Datei zurück.

*.vob, steht für Videoobjekt. Darin sind alle Videodatenströme enthalten. Der Hauptfilm einer DVD beginnt normalerweise mit der ersten großen Vob-Datei. Der gesamte Film wird auf mehrere Vob-Dateien aufgetrennt, die jeweils kleiner als 1 GB sind.

Wenn ein Schnittprogramm aus einem fertig geschnittenem Film eine DVD erstellt hat, findet sich, (wenn nicht gelöscht) auf der Festplatte an einer im Schnittsystem festgelegten Stelle der Ordner Video-TS. Um später eine zweite Kopie der DVD zu erstellen, genügt es, z:B. mit Nero unter “Video-DVD erstellen” diesen Ordner auf die DVD zu kopieren.

Die Blu-Ray Disc (BD)

Für die Speicherung von Filmen in HDTV wird erheblich mehr Speicherplatz gebraucht, als eine DVD bieten kann. Für die Blu-Ray Disc wird ein blauen Laser mit einer geringeren Wellenlänge und einen verkleinerten Abstand des Lasers zur Disc benutzt. Die Kapazität einer einlagigen Disc ist 25 GB netto und bei einer zweilagigen 50 GB.
Es gibt die BD in drei Varianten. Nur lesbar mit der Bezeichnung BD-ROM, einmal beschreibbar als BD-R und wiederbeschreibbar als BD-RE